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Brauerei der Adelsfamilie von Liechtenstein

Pivovarské náměstí, 56301 Lanškroun
Ende des 17. Jahrhunderts entschied sich der Fürst Jan Adam von Liechtenstein, in Lanškroun neben der alten städtischen Brauerei auch seine eigene fürstliche Brauerei zu bauen. Diese wurde zwischen 1700 und 1711 erbaut. Im 19. Jahrhundert wurde eine neue Mälzerei dazugebaut.

In vielen Städten unseres Landes gibt es Brauereien, aber in wenigen von ihnen wird das Bier bis heute gebraut. Ein massenhaftes Eingehen dieser Betriebe, die in meisten Fällen inmitten einer zusammenhängenden Verbauung in der Nähe der historischen Stadtzentren stehen, führte zu nicht geringen Problemen mit der weiteren Nutzung dieser Objekte. Auf der einen Seite gibt es Ortschaften, die sich leisten können, auf die Revitalisierung einer Brauerei beispielsweise eineinhalb Milliarden Kronen aufzuwenden, auf der anderen Seite gibt es Ortschaften, die sich mit einem viel bescheideneren Budget begnügen und sich insbesondere auf den Verkauf einzelner Objekte an private Investoren verlassen müssen. Ähnlich wurde auch in der eingegangenen Brauerei in Lanškroun vorgegangen.

Die Lanškroun-Bürger begannen das Bier nicht lange nach der Gründung der Stadt in der Mitte des 13. Jahrhunderts zu brauen. 1700 ließ der Fürst Jan Adam Ondřej von Liechtenstein in Lanškroun ein fürstliches Brauhaus erbauen, dessen Bier auch andere Städte und Dörfer der Herrschaft pflichtgemäß beziehen mußten. Die städtische Brauerei konnte so der fürstlichen Brauerei nicht konkurrieren. Ein allmählicher Niedergang der städtischen Brauerei erreichte den Höhepunkt 1891, als sie einging. Damals ahnte keiner, daß die prosperierende fürstliche Brauerei in hundert Jahren ein ähnliches Schicksal haben würde.

Die fürstliche Brauerei wurde vielleicht von Domenico Martinelli projektiert, der zu jener Zeit für den Fürsten von Liechtenstein Baupläne für das Neue Schloß in Lanškroun erstellte.

Die Brauerei wurde sehr schnell gebaut, so daß man in ihr bereits 1701 mit dem Bierbrauen anfangen konnte. Seitdem produzierte das fürstliche Brauhaus in Lanškroun das Bier unter verschiedenen Bezeichnungen ununterbrochen bis zum Jahr 1999, wo die Bierproduktion eingestellt wurde.

2000 kaufte die verlassene Bierfabrik für 5,5 Millionen Kronen die Stadt Lanškroun und begann über die neue Nutzung nachzudenken.

2002 fiel die Entscheidung, das ausgedehnte Gelände der ehemaligen Brauerei in ein Kultur- und Geschäftszentrum zu verwandeln. 2003 erarbeitete der Stadtarchitekt Přemysl Kokeš eine ausführliche urbanistische Studie, die nicht nur die Fabrik, sondern auch die Umgebung umfaßte, und die einzelnen Objekte wurden zum Verkauf an konkrete Interessenten angeboten.

Auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei in Lanškroun entstand ein neuer Marktplatz.

Der ehemalige Garten des Brauhauses, den ein Bach durchfließt, wird in einen öffentlichen Park verwandelt.


23.08.2011 10:12
27.04.2009 08:31
Zuletzt aktualisiert von: Petr Celý

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