Gasthaus | |
| Malé náměstí 77, 56301 Lanškroun +420 608 103 610 | |
Untrennbarer Bestandteil der Bausubstanz der Städte und Dörfer sind seit undenklichen Zeiten die Gasthäuser, Kneipen und Schankstuben. Eines der erhaltenen einzigartigen Objekte dieser Art in Ostböhmen ist das Einkehrgasthaus "Krčma" in Lanškroun. Das Einkehrgasthaus ist hier bereits Mitte des 16. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Es steht östlich vom Marktplatz in der ehemaligen Vorstadt „Žichlínecké předměstí“ in Richtung Tatenice. Sein Name "Krčma" gleich wie einige Teile der Baukonstruktion blieben bis heute erhalten. Seit der ersten urkundlichen Erwähnung der Existenz der Schenke und des Schenkwirtes Vaněk aus dem Jahr 1568 wurde das Gebäude mehrmals umgebaut und es wechselte auch die Besitzer. Die Angaben über die Verkäufe und Versteigerungen des Gebäudes und über die Namen der Besitzer und Erben kann man aus den Archiven herausbekommen. Es überkamen auf uns jedoch nur wenige Dokumente, die uns näherbringen würden, wie das Gebäude ursprünglich aussah. Alle Beschreibungen und Pläne der genehmigten Umbauarbeiten und Reparaturen sind nämlich erst seit 1933 datiert. Für den ältesten Teil des Gasthauses kann der erhaltene Keller mit dem massiven Steinportal (Bild 3) gehalten werden, dessen Aussehen der ersten urkundlichen Erwähnung, also Mitte des 16. Jahrhunderts, entspricht. Der oberirdische Teil des Gebäudes ist teilweise gezimmert und teilweise aus Stein gebaut und enthält auch einen später gemauerten Flügel. Gemäß dem Plan des stabilen Katasters aus dem Jahr 1839 hatte das Haus den identischen Grundriß mit dem des heutigen Hauses, mit dem einzigen Unterschied, daß das ganze Haus im Plan als gelbes Haus, also als vollhölzerner Bau, eingetragen ist. Daraus kann man schließen, daß der bis heute erhaltene gezimmerte Teil des Gasthauses, der bisher seinem Zwecke dient und den Kern des Gebäudes bildet, vor diesem Jahr gebaut wurde. Aus den erhaltenen Details der Fenster- und Türgewände kann man darauf schließen, daß diese aus der Zeit zwischen der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts und dem Anfang des 18. Jahrhunderts stammen. Die angrenzende ursprüngliche schwarze Küche, die später umgebaut und erweitert wurde, bildet mit dem Hauptgebäude einen Zweitrakt. Dieser Zweitrakt ist auf der südlichen Seite mit einem Paar malerisch verschlagener Giebel verziert, deren Halbwalmdächer ungleiche Firsthöhe haben (Bild 6). In den ursprünglichen und bisher ablesbaren Grundriß der dreiteiligen Komposition des Objektes griff gravierend der Umbau des Wirtschaftsflügels im 19. Jahrhundert ein. Der Umbau ist am Hausflurportal auf 1860 datiert. Das interessanteste Bauelement ist die gezimmerte ausgeschobene Stube, die auch „Kreuzstube“ genannt wird. Die Stube ist senkrecht im Dach in Längsachse der Stirnwand des Hauses über dem Eingang eingefügt. Sie ist typisch insbesondere für die Landschaft am Fuße des Gebirges Krkonoše (Riesengebirge) und in der ostböhmischen Region für die Einkehrgasthäuser. Sie diente zur Übernachtung der Gäste. Ihre zweite Funktion war der Schutz des Eingangs des Objektes vor der Ungunst des Wetters, den auch die sich am Umfang des Gebäudes befindlichen Vordächer sicherstellten. Die Stube wird von den drei massiven viereckigen Holzsäulen getragen, die im unteren Bereich einen Kreisgrundriß haben. Die gleichen Säulen tragen auch den an die Längsstirnwand des Hauses anschließenden Dachvorsprung. Erwähnenswert ist die Zitierung eines Teiles des von einem Besitzer gestellten Hausreparaturantrages aus dem Jahr 1942: "Es sind 4 Stück Säulen aus Lärchenholz, 20/20 dick, 3,00 m lang, gehobelt samt 2 Stück Stützen, Fundament und Sockel als Tragstützen für den Dachvorsprung auf der Seite zur Straße anzufertigen.." Die Genehmigung wurde im November 1942 erteilt und eine der Bedingungen war die folgende: "An der Auffahrt vor dem Laden und der Werkstatt sind 2 fehlende Säulen zu ergänzen, die übrigen Säulen sind auszutauschen und dabei sind die unschönen Steinsockel durch die 15 cm hohen Sandsteinsockel zu ersetzen. Die Säulen sind aus gezimmertem (nicht geschnittenem) Dauerholz in gleicher Dicke wie bisher auszuführen." Und so kann heute der aufmerksame Besucher eine schonungsvolle Erneuerung des äußeren Zustandes bewundern, auch wenn evident ist, daß nicht alle Säulen ausgetauscht wurden. Das Interieur des Gasthauses würde jedoch mehr Respekt vor dem historischen Milieu verdienen. ![]() | |