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Schloß Lanškroun

nám. A. Jiráska 1, 56301 Lanškroun
Der älteste Teil des Schlosses Lanškroun ist der an die Wenzelkirche anliegende Trakt. Dieser war der östliche Flügel des nach 1393 von den Augustinern erbauten Klosters. Das Kloster wurde während der Hussitenkriege abgebrannt. Seit 1451 gehörte das Gebäude der Adelsfamilie Kostka von Postupitz, die es in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts für zeitweilige Aufenthalte und vielleicht auch als Sitz des Wirtschaftsbeamten umbauten. Diese Residenz der Adelsfamilie Kostka von Postupitz bildet den westlichen Trakt des heutigen Schlosses. Für wirtschaftliches Zubehör wurde auch ein Teil des westlichen Flügels des Klostergebäudes in der Nachbarschaft der Kirche genutzt, den es heute nicht mehr gibt.

Das Gebäude wurde bereits 1507 Schloß genannt, nachdem es in den Besitz der Adelsfamilie von Pernstein übergegangen war. Es ist unbekannt, ob die Adelsfamilie von Pernstein irgendwelche Umbaumaßnahmen am Schloß durchführte. 1588 wurde das Schloß Adam Hrzán von Harassov verkauft. In dieser Zeit wird das Schloß als Gebäude teilweise aus Stein, teilweise aus Holz mit zahlreichen Zimmern beschrieben.

Unter dem neuen Besitzer beherbergte das Schloß nicht nur die Verwaltungsorgane der ausgedehnten Lanšperk-Herrschaft, sondern es diente auch als Wohnsitz des Besitzers. Adam war mit dem ursprünglichen Gebäude jedoch nicht zufrieden und begann mit dem Umbau im Renaissancestil. Er errichtete das Eingangsportal und das Einfahrtstor in den nicht großen Hof hinter dem Schloß. Ganz neu erbaute er den zweistöckigen südlichen Flügel. Aus den Wirtschaftsgebäuden vor dem Schloß, die durch den Umbau der älteren Klosterbauten entstanden waren, und dem neu angelegten Garten wurde der erste, mit einer Mauer und einem Eingangstor geschlossene Schloßhof gebildet. An diesen Umbau durch Adam Hrzán von Harassov erinnert vor allem das Eingangsportal des Schlosses mit dem Wappen des Adam Hrzáns und dem Wappen seiner Frau Anna von Sulevice, datiert mit 1601, dem Jahr der Fertigstellung der Umbauarbeiten. Aus diesem Umbau stammen auch die erhaltenen Fenster- und Türgewände im Renaissancestill.
1622 wurde das Schloß von den Fürsten von Liechtenstein gekauft. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es von den Schweden und einem großen Brand im Jahr 1645 beschädigt. Mit der Erneuerung wurde bereits in den fünfziger Jahren des 17. Jahrhunderts begonnen, sie wurde jedoch erst im Jahr 1716 beendet, wie davon die Datierung und das Wappen der Fürsten von Liechtenstein über dem Eingangstor zeugt. Beim Umbau durch die Fürsten von Liechtenstein wurden die Höhenunterschiede zwischen dem südlichen und westlichen Flügel beseitigt und beide Flügel gemeinsam mit einem Walmdach versehen.

Diese Umbauten führten zu gravierenden Änderungen in der Anordnung der Interieure im Hautgebäude des Schlosses. An das östliche Ende des südlichen Schloßflügels wurden ein weiteres einstöckiges Barockgebäude und weitere ebenerdige Bauten auf dem Hof hinter dem Schloß angebaut. Das umgebaute Schloß diente jedoch weiterhin nur noch als Sitz der Verwaltungsorgane der Lanškroun-Herrschaft, als Wohnstätte für die Beamten und Lanškroun-Pfarrer. Nach 1858 wurden die meisten Gebäude und die Mauer des ersten Hofes niedergerissen und das ganze Gelände in einen Marktplatz, heute A. Jirásek-Platz, verwandelt. An Stelle des Gebäudes, das aus dem westlichen Flügel des ursprünglichen Klostergebäudes stammte, wurde eine neue Schule (heute eine Grundschule) erbaut.

Die Schloßinterieure dienten in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Büroräume für die Veraltungsorgane des Lanškroun-Großgrundbesitzes. 1928 ging das Schloß in den Besitz der Stadt über. Die 1940 eingeleiteten Umbauarbeiten am Schloß wurden 1971 beendet. Das Gebäude erhielt eine Glattfassade, in der die gotischen und Renaissanceelemente (unverputzte Gewölbebogenteile, Fenster- und Türsteinfutter, Steinmetzenzeichen am Eckstrebepfeiler) hervorgehoben waren. In den erneuerten gotischen Räumlichkeiten des westlichen Schloßflügels befindet sich zur Zeit eine Zeremonienhalle. Der südliche Flügel beherbergt das Stadtmuseum und Kulturzentrum. Auf der rechten Seite des Zufahrtstores zum Hof wurden die Barockstatuen des heiligen Johann von Nepomuk und des seligen Johann Sarkander aus der Brücke in der Lidická-Straße installiert.

In den 90. Jahren wurde das Schloß komplett rekonstruiert. Im Mai 1995 wurde der Bau übernommen und am 3. Juni 1995 wurde feierlich die renovierte Halle des Schlosses Lanškroun samt den anliegenden Räumlichkeiten eröffnet.

In der Umgebung des Schlosses Lanškroun spukte oft das Trugbild des bösen Verwalters Riedr. Er soll an den Schloßpappeln gebaumelt, mit den Augen geleuchtet und gefahrdrohend geheult haben. Man sagte, das Schloß in Lanškroun sei durch einen unterirdischen Gang mit dem Neuen Schloß bei Rudoltice verbunden gewesen. 1940 wurde dieser unterirdische Gang von den Deutschen gesucht, jedoch vergeblich.


23.08.2011 10:12
27.04.2009 08:31
Zuletzt aktualisiert von: Petr Celý

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