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Friedrich Gustav Piffl

1864 - 1932
(geb. am 15. 10. 1864 in Lanškroun, gestorben am 21. 4. 1932 in Wien)

Gebürtig aus Lanškroun, das jüngste von sieben Kindern eines Papierhändlers und Buchhändlers.

1882 legte er das Abitur am Orts-Gymnasium ab, dann trat er in das Augustinerkloster ein und begann die glänzende Karriere als Geistlicher der römisch-katholischen Kirche (Lehrer der theologischen Anstalt, Probst des Klosters, Fürstenerzbischof, Wiener Bischof und seit 1914 Kardinal).

In Lanškroun besuchte Gustav die Volksschule und seit 1874 auch das Gymnasium. Im Sommer des Jahres 1882 beendete er erfolgreich das Gymnasium in Lanškroun mit dem Abitur. Nicht weniger zufriedenstellend war auch das Wohlverhaltungszeugnis, das ihm der Bischof in Hradec Králové am 10. September 1883 schickte. Dieses bestätigte unter anderem seine Frömmigkeit, guten Ruf, festen Charakter und daß er nie mit einer Strafe belegt wurde.

1883 wurde Gustav Piffl als der jüngste von vier Kandidaten vom Probst Ubald Kostersitz unter dem Ordensnamen Friedrich in das Männerkloster in Klosterneuburg bei Wien angenommen. Am 8. Januar 1888 wurde er im Stefandom in Wien vom Erzbischof und Generalvikar Dr. E. Anger feierlich zum Priester geweiht. Seine Fähigkeiten machte er als Güterverwalter des Klosterneuburger Klosters auf dem ungarischen Gebiet wie auch als Direktor seines Büros geltend. 1907 wurde er zum Probst des Klosters in Klosterneuburg gewählt. Hier förderte er dann erfolgreich die Wissenschaft und Kunst und sorgte auch für den Ausbau des Klosters.

1913 wurde Friedrich Gustav Piffl vom Kaiser Franz Josef I. zum Wiener Erzbischof ernannt und zugleich in den Fürstenstand erhoben. Im Einverständnis mit dem Papst nahm F. G. Piffl die Bischofsweihe in der Klosterkirche in Klosterneuburg an. Kurz darauf wurde er zum Erzbischof der Stadt Wien ernannt und am 8. Juni 1913 in die neue Funktion eingeführt.

Am 25. Mai 1914 wurde Friedrich Gustav Piffl vom Papst Pius X. zum Kardinal ernannt und 1922 neben dem Amt des Wiener Erzbischofs auch in das Amt des Aposteladministrators des österreichischen Bundeslandes Burgenland eingesetzt. Es gab kaum ein Kulturgebiet, welches Friedrich Gustav Piffl tatkräftig nicht fördern würde. In der Nachkriegszeit widmete sich der Kardinal Piffl mit einem hohen persönlichen Engagement der karitativen Tätigkeit. Für seine Verdienste wurde er 1914 mit großem Kreuz des österreichischen kaiserlichen Leopoldordens ausgezeichnet.

1930 hatte er den ersten Schlaganfall. Seiner Diözese diente Herr Kardinal bis zu seinem plötzlichen Todesfall am 21. April 1932. Auf seinen Wunsch wurde er auf einem einsamen Waldfriedhof bei der damaligen Sommerresidenz der Wiener Erzbischöfe in Kranichberg begraben. Da jedoch der Grundwasserspiegel auf dem Friedhof anstieg, wurde er 1954 in die neu errichte Bischofgruft im Kellergeschoß des Stefandoms in Wien überführt.

Auch wenn der Kardinal Friedrich Gustav Piffl eine der bedeutendsten europäischen Persönlichkeiten seiner Zeit war, entsagte er sich niemals seiner Geburtstadt Lanškroun und kehrte bei verschiedenen bedeutungsvollen Ereignissen und Gelegenheiten in sie zurück.
Datum der letzten Aktualisierung: 10.03.2010 17:09
Zuletzt aktualisiert von: Petr Celý

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